Klimaanlage montieren: Ablauf & Fachbetrieb

Klimaanlage montieren: Ablauf & Fachbetrieb

Montage einer Klimaanlage: Ablauf, Vorbereitung und was der Fachbetrieb übernimmt

  • Die Montage einer Split-Klimaanlage gliedert sich in vier feste Schritte: Vorbereitung/Standortwahl, Montage von Innen- und Außengerät, Verlegung und Anschluss der Kältemittelleitungen sowie Inbetriebnahme mit Abnahme.
  • Der Kältemittelanschluss darf gesetzlich nur von einem zertifizierten Fachbetrieb mit Kälteschein (F-Gase-Sachkundenachweis) durchgeführt werden – dieser Teil ist keine Option für Eigenleistung.
  • Eigentümer können selbst vorbereiten: Standort festlegen, Zugänglichkeit sicherstellen, Stromanschluss klären und Termine mit dem Fachbetrieb koordinieren – die eigentliche Montage bleibt Sache des Betriebs.
  • Eine Standard-Mono-Split-Installation dauert bei einem erfahrenen Fachbetrieb in der Regel einen halben bis einen ganzen Arbeitstag, abhängig von Leitungslänge und baulichen Gegebenheiten.
  • Für die laufende Pflege nach der Inbetriebnahme (Filterreinigung, Jahresservice) gilt ein eigener Ablauf – dazu mehr im Wartungsguide für die Klimaanlage.

Wer eine Klimaanlage montieren lassen möchte, will vor allem wissen, was tatsächlich passiert, sobald der Fachbetrieb anrückt – und was davon als Laie selbst vorbereitet werden kann. Die kurze Antwort: Die Montage einer Split-Klimaanlage folgt einem klar strukturierten Ablauf aus Standortfestlegung, Befestigung von Innen- und Außengerät, Leitungsverlegung, Kältemittelanschluss durch einen zertifizierten Fachbetrieb und abschließender Inbetriebnahme mit Funktionsprüfung. Eigentümer können den Prozess durch gute Vorbereitung beschleunigen und Kosten sparen, der sicherheitsrelevante Kern – das Öffnen und Befüllen des Kältekreislaufs – bleibt jedoch ausschließlich Fachbetrieben mit entsprechendem Sachkundenachweis vorbehalten. Dieser Artikel begleitet den gesamten Montageprozess Schritt für Schritt, zeigt, wie lange er dauert, und macht deutlich, wo die Grenze zwischen Eigenleistung und Pflichtaufgabe des Fachbetriebs verläuft.

Bevor der Fachbetrieb kommt: Vorbereitung in Eigenregie

Ein reibungsloser Montagetermin beginnt nicht erst mit dem Klingeln des Monteurs, sondern mehrere Tage vorher. Wer die folgenden Punkte im Vorfeld klärt, verkürzt die Montagezeit vor Ort spürbar und vermeidet Verzögerungen, die sonst zu einem zweiten Termin führen können.

Zugänglichkeit sicherstellen. Der Bereich, in dem das Außengerät montiert werden soll – Balkon, Terrasse, Flachdach oder Fassade – sollte am Montagetag frei zugänglich sein. Möbel, Pflanzkübel oder gelagerte Gegenstände in diesem Bereich sollten vorher entfernt werden, ebenso ein direkter Weg vom Eingang bis zum Innenraum, in dem das Gerät montiert wird, damit Werkzeug und Material ohne Umwege transportiert werden können.

Stromanschluss klären. Für den Betrieb der Klimaanlage wird in den meisten Fällen ein eigener, ausreichend abgesicherter Stromkreis benötigt. Ob eine vorhandene Steckdose genügt oder ob ein Elektriker vorab eine neue Leitung legen muss, klärt der Fachbetrieb idealerweise schon bei der Angebotsbesichtigung – diese Frage sollte nicht erst am Montagetag auftauchen, da eine fehlende Elektroinstallation den gesamten Termin verzögern kann.

Bauliche Genehmigungen prüfen. Bei Mietwohnungen ist vorab die Zustimmung des Vermieters einzuholen, insbesondere wenn eine Kernbohrung durch die Außenwand notwendig wird. Bei Eigentumswohnungen kann zusätzlich ein Beschluss der Eigentümergemeinschaft erforderlich sein, da die Außeneinheit das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes verändert. Diese Klärung sollte abgeschlossen sein, bevor der Montagetermin vereinbart wird, nicht erst danach.

Innenraum vorbereiten. Die Wand, an der das Innengerät montiert wird, sollte frei von Möbeln, Vorhängen oder Bildern im unmittelbaren Montagebereich sein. Wertgegenstände und empfindliche Gegenstände in Bodennähe – dort, wo beim Bohren Staub anfällt – lassen sich am Vortag leicht beiseiteräumen und ersparen dem Fachbetrieb wie den Eigentümern unnötigen Aufwand beim Abdecken.

Diese vorbereitenden Schritte sind bewusst so gewählt, dass sie keinerlei technisches Fachwissen erfordern, aber den Montageablauf spürbar beschleunigen. Alles, was über organisatorische Vorbereitung hinausgeht, gehört in die Hände des Fachbetriebs.

Standortwahl während der Montage

Auch wenn die grobe Standortentscheidung meist schon bei der Angebotsbesichtigung fällt, wird die genaue Positionierung von Innen- und Außengerät erst am Montagetag final festgelegt – hier zeigt sich, ob die Wunschposition tatsächlich umsetzbar ist.

Innengerät. Die Wandmontage erfolgt bevorzugt in einer Höhe von etwa 1,8 bis 2,2 Metern über dem Boden, damit der Luftstrom Personen im Raum nicht direkt anbläst und die kühle Luft sich gleichmäßig verteilen kann. Wichtig ist außerdem ausreichend Abstand zu Decke und angrenzenden Wänden, damit die Luftzirkulation nicht behindert wird, sowie eine möglichst kurze und gerade Verbindung zur Außenwand, um die spätere Leitungsführung einfach zu halten. Der Fachbetrieb prüft an dieser Stelle auch, ob die Wand tragfähig genug für die Wandhalterung ist und ob sich in der Wand Leitungen oder Rohre befinden, die beim Bohren beschädigt werden könnten.

Außengerät. Für die Außeneinheit gilt: möglichst schattig, gut belüftet und ohne direkte Nachbarschaft zu Schlaf- oder Wohnräumen, da im Betrieb Betriebsgeräusche entstehen. Eine Montage auf einer stabilen Wandkonsole, einem Bodenständer oder einer Dachaufständerung muss so gewählt werden, dass die Abluft nicht gestaut wird und ausreichend Wartungsabstand für spätere Arbeiten bleibt. In vielen deutschen Kommunen sind zudem Mindestabstände zur Grundstücksgrenze sowie einzuhaltende Lärmschutzwerte zu beachten – der Fachbetrieb kennt die örtlichen Vorgaben in der Regel und bezieht sie in die Standortwahl ein.

Zeigt sich am Montagetag, dass die ursprünglich geplante Position aus baulichen oder rechtlichen Gründen nicht umsetzbar ist, wird gemeinsam mit dem Fachbetrieb eine Alternative festgelegt. Diese Flexibilität einzuplanen erspart Frust – die perfekte Position auf dem Papier stimmt nicht immer exakt mit der Realität vor Ort überein.

Der Montageablauf Schritt für Schritt

Sobald Standort und Vorbereitung geklärt sind, folgt die eigentliche Montage einem festen Ablauf. Die genaue Reihenfolge kann je nach Fachbetrieb leicht variieren, die Kernschritte bleiben jedoch gleich.

Schritt 1: Befestigung der Wandhalterung und Montage des Innengeräts

Der Monteur bringt zunächst die Wandhalterung für das Innengerät an – meist mit Dübeln und Schrauben, abgestimmt auf die Beschaffenheit der Wand (Massivwand, Trockenbau oder Mauerwerk erfordern jeweils unterschiedliches Befestigungsmaterial). Anschließend wird das Innengerät in die Halterung eingehängt, aber noch nicht final fixiert, da die Anschlussleitungen zunächst durch die Wand geführt werden müssen.

Schritt 2: Kernbohrung und Leitungsdurchführung

Für die Verbindung zwischen Innen- und Außengerät wird eine Kernbohrung durch die Außenwand gesetzt – der Durchmesser richtt sich nach der Anzahl und Stärke der durchzuführenden Leitungen, üblicherweise zwischen 50 und 75 Millimetern. Diese Bohrung wird meist leicht schräg nach außen ausgeführt, damit eventuell eindringendes Regenwasser nach draußen abläuft statt ins Gebäudeinnere. Nach der Bohrung wird die Öffnung mit einer Manschette oder speziellem Dichtmaterial abgedichtet, um Zugluft und Feuchtigkeit dauerhaft fernzuhalten.

Schritt 3: Verlegung der Leitungen

Durch die Kernbohrung werden anschließend die Kältemittelleitungen (aus Kupfer, mit Wärmedämmung ummantelt), das Stromkabel für die Kommunikation zwischen Innen- und Außengerät sowie der Kondensatablaufschlauch verlegt. Diese Leitungen können entweder direkt durch die Wand oder – wenn eine sichtbare Verlegung unerwünscht ist – in einem Kabelkanal an der Fassade geführt werden. Bei längeren Strecken oder mehreren Etagen ist eine saubere, geradlinige Verlegung entscheidend für die spätere Effizienz der Anlage, da jede zusätzliche Biegung und jeder Höhenunterschied die Leistung geringfügig mindert.

Schritt 4: Montage der Außeneinheit

Parallel oder im Anschluss wird die Außeneinheit auf der vorgesehenen Konsole, dem Bodenständer oder der Dachaufständerung befestigt. Wichtig ist eine schwingungsentkoppelte Montage – meist über Gummipuffer oder spezielle Halterungen –, damit Betriebsvibrationen nicht als Körperschall in angrenzende Räume übertragen werden. Die zuvor verlegten Leitungen werden an die Anschlüsse der Außeneinheit herangeführt, aber noch nicht verbunden.

Schritt 5: Kältemittelanschluss durch den Fachbetrieb

Dieser Schritt ist der sicherheitstechnisch anspruchsvollste Teil der gesamten Montage und ausschließlich Fachbetrieben mit Kälteschein vorbehalten. Nach den Vorgaben der EU-F-Gase-Verordnung dürfen nur Personen mit entsprechendem Sachkundenachweis den Kältekreislauf öffnen, die Leitungen verlöten oder verpressen, das System evakuieren (Entfernen von Luft und Feuchtigkeit mittels Vakuumpumpe) und anschließend mit Kältemittel befüllen. Eigenleistung ist an dieser Stelle nicht nur technisch riskant, sondern in Deutschland auch rechtlich untersagt – ein unsachgemäß verbundener Kältekreislauf kann zu Kältemittelaustritt, Leistungsverlust und im schlimmsten Fall zu Umweltschäden führen, da viele gängige Kältemittel eine hohe Klimawirkung besitzen.

Schritt 6: Elektrischer Anschluss

Sobald der Kältekreislauf verbunden und geprüft ist, stellt der Fachbetrieb die elektrische Verbindung zwischen Innen- und Außengerät sowie den Anschluss an den Stromkreis des Gebäudes her. Je nach Leistungsklasse der Anlage reicht eine normale Steckdose, größere Multisplit-Systeme benötigen häufig einen eigenen, abgesicherten Anschluss, der bereits im Vorfeld von einem Elektriker gelegt worden sein sollte.

Inbetriebnahme und Abnahme

Nach Abschluss der mechanischen und elektrischen Montage folgt die Inbetriebnahme – der Moment, in dem sich zeigt, ob alle vorherigen Schritte korrekt ausgeführt wurden.

Dichtheitsprüfung. Bevor die Anlage in Betrieb genommen wird, prüft der Fachbetrieb alle Verbindungen im Kältekreislauf auf Dichtheit, meist mit einem elektronischen Lecksuchgerät oder durch eine Druckprüfung mit Stickstoff. Diese Prüfung ist verpflichtend, da bereits kleinste Undichtigkeiten über die Zeit zu Kältemittelverlust und Leistungseinbußen führen.

Funktionsprüfung. Anschließend wird die Anlage im Kühlbetrieb (und, falls vorhanden, im Heizbetrieb bei Geräten mit Wärmepumpenfunktion) getestet. Der Monteur kontrolliert dabei unter anderem die Temperaturdifferenz zwischen angesaugter und ausgeblasener Luft, den Kondensatablauf sowie die Lautstärke im Betrieb.

Einweisung. Zur Abnahme gehört üblicherweise eine kurze Einweisung in die Bedienung – Fernbedienung, App-Steuerung (sofern vorhanden), Timerfunktionen und Betriebsmodi. Dies ist auch der richtige Moment, um Fragen zur Bedienung direkt vor Ort zu klären, statt sie später nachzureichen.

Übergabeprotokoll. Seriöse Fachbetriebe dokumentieren die durchgeführten Arbeiten in einem Übergabeprotokoll, das unter anderem die Menge des eingefüllten Kältemittels, das Ergebnis der Dichtheitsprüfung und gegebenenfalls die Seriennummern von Innen- und Außengerät festhält. Dieses Dokument sollte aufbewahrt werden – es wird bei der jährlichen Anlagenprüfung sowie im Garantiefall benötigt.

Mit der Abnahme endet die eigentliche Montage. Was danach an regelmäßiger Pflege ansteht – Filterreinigung, jährlicher Service und Kontrolle der Kältemittelfüllung –, ist ein eigenständiges Thema mit eigenem Rhythmus und wird ausführlich im Wartungsguide für die Klimaanlage behandelt.

Wie lange dauert die Montage?

Die Montagedauer hängt maßgeblich von der Anlagengröße, der Leitungslänge und den baulichen Gegebenheiten ab, lässt sich aber grob in folgende Kategorien einordnen:

Mono-Split-Anlage, Standardbedingungen (kurze Leitungslänge, unkomplizierte Wanddurchführung, keine besonderen Hindernisse): ein erfahrener Fachbetrieb benötigt in der Regel einen halben bis einen ganzen Arbeitstag, einschließlich Kernbohrung, Leitungsverlegung, Kältemittelanschluss und Inbetriebnahme.

Duo- oder Multisplit-Anlage mit mehreren Innengeräten an einer Außeneinheit: entsprechend mehr Zeit, häufig ein bis zwei volle Arbeitstage, da für jedes Innengerät eine eigene Leitungsstrecke verlegt und angeschlossen werden muss.

Erschwerte Bedingungen verlängern die Montagezeit zusätzlich: eine besonders lange Leitungsstrecke über mehrere Stockwerke, eine schwer zugängliche Fassade, die Gerüstarbeiten erfordert, oder eine Dachmontage der Außeneinheit mit zusätzlicher Aufständerung können die Montage auf mehrere Tage ausdehnen.

Wer den Zeitrahmen realistisch einschätzen möchte, sollte beim Angebotsgespräch gezielt nach der voraussichtlichen Montagedauer für die konkrete Situation fragen – pauschale Angaben ohne Ortsbesichtigung sind naturgemäß ungenau.

Was Laien selbst vorbereiten dürfen – und was tabu bleibt

Diese Übersicht fasst noch einmal zusammen, welcher Teil des Montageprozesses in Eigenregie erledigt werden kann und welcher zwingend dem Fachbetrieb vorbehalten bleibt.

In Eigenregie möglich: – Standort für Innen- und Außengerät gedanklich vorplanen und mit dem Fachbetrieb abstimmen – Zugänglichkeit zum Montagebereich sicherstellen (Möbel, Pflanzen, Lagergut entfernen) – Genehmigungen bei Vermieter oder Eigentümergemeinschaft rechtzeitig einholen – Stromanschluss vorab mit dem Fachbetrieb oder einem Elektriker klären

Ausschließlich Fachbetrieb mit Kälteschein: – Öffnen, Verlöten oder Verpressen des Kältekreislaufs – Evakuierung der Leitungen und Befüllung mit Kältemittel – Dichtheitsprüfung nach Vorgaben der F-Gase-Verordnung – Elektrischer Anschluss an das Gebäudenetz bei größeren Anlagen

Die Trennlinie ist eindeutig: Alles, was mit dem Öffnen des Kältekreislaufs zu tun hat, ist gesetzlich Fachbetrieben vorbehalten. Wer trotzdem versucht, diesen Teil selbst zu übernehmen oder von einem nicht zertifizierten Anbieter durchführen zu lässt, riskiert nicht nur eine mangelhafte Anlage, sondern auch rechtliche Konsequenzen und den Verlust der Herstellergarantie.

Montage im Altbau und in der Mietwohnung: Besonderheiten

Nicht jede Immobilie stellt die gleichen Ausgangsbedingungen für die Montage. Wer in einem Altbau oder einer Mietwohnung eine Klimaanlage installieren lassen möchte, sollte einige Besonderheiten einplanen, die bei einem freistehenden Einfamilienhaus im Neubau seltener eine Rolle spielen.

Altbauwände. Massive Bruchsteinwände oder besonders dicke Ziegelwände, wie sie in vielen Altbauten vorkommen, erschweren die Kernbohrung und verlängern die Bohrzeit spürbar gegenüber einer modernen Leichtbauwand. Auch die Dübelwahl für die Wandhalterung des Innengeräts muss an die Wandbeschaffenheit angepasst werden – hier lohnt sich vorab ein prüfender Blick des Fachbetriebs, idealerweise bereits bei der Angebotsbesichtigung, statt erst am Montagetag.

Denkmalschutz. Steht das Gebäude unter Denkmalschutz, ist die Montage einer sichtbaren Außeneinheit an der Fassade häufig nur eingeschränkt oder gar nicht zulässig. In solchen Fällen bieten manche Fachbetriebe alternative Lösungen an, etwa eine Positionierung im Innenhof oder auf einer nicht einsehbaren Dachfläche – diese Möglichkeiten sollten frühzeitig mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden, bevor überhaupt ein Montagetermin vereinbart wird.

Mietwohnungen. Neben der bereits erwähnten Zustimmung des Vermieters ist bei Mietwohnungen häufig auch relevant, wer die bauliche Veränderung im Falle eines Auszugs rückgängig macht. Manche Vermieter verlangen vertraglich einen Rückbau bei Mietende, andere lassen die Anlage als Wertsteigerung im Objekt verbleiben. Diese Frage sollte schriftlich geklärt werden, bevor die Montage beauftragt wird, damit später kein Streit über die Kostenübernahme entsteht.

Neubau. Im Neubau lässt sich die Klimaanlage am einfachsten und meist auch am günstigsten montieren, da Leitungswege bereits in der Planungsphase mitgedacht und Leerrohre für die spätere Durchführung vorgesehen werden können. Wer den Einbau einer Klimaanlage schon während der Bauplanung berücksichtigt, spart sich spätere Kernbohrungen durch fertig verputzte Wände.

Typische Stolperfallen bei der Montage vermeiden

Aus der Erfahrung vieler Installationen lassen sich einige wiederkehrende Probleme benennen, die den Montageablauf verzögern oder die spätere Effizienz der Anlage mindern können.

Zu lange oder zu stark gebogene Leitungswege. Jede zusätzliche Biegung und jeder Höhenunterschied zwischen Innen- und Außengerät kostet Leistung. Wird die Position der Außeneinheit erst spontan am Montagetag festgelegt, ohne die Leitungsführung vorab durchdacht zu haben, kann das zu unnötig langen und verwinkelten Leitungswegen führen. Eine gemeinsame Planung von Innen- und Außenposition im Vorfeld beugt diesem Problem vor.

Fehlende Abstimmung mit der Elektroinstallation. Wird der benötigte Stromanschluss nicht rechtzeitig vor dem Montagetermin geklärt, kann die Inbetriebnahme trotz abgeschlossener mechanischer Montage nicht erfolgen. Dieser Punkt gehört zu den häufigsten Ursachen für einen zweiten, separaten Termin.

Unzureichende Abstimmung mit Nachbarn oder Eigentümergemeinschaft. Insbesondere bei der Positionierung der Außeneinheit in Bezug auf Lärmschutz und Grenzabstand kann eine fehlende vorherige Abstimmung nachträglich zu Beschwerden und im schlimmsten Fall zu einer geforderten Neupositionierung führen. Diese Klärung gehört in die Vorbereitungsphase, nicht in die Nachbereitung.

Unterschätzter Zeitbedarf bei baulichen Besonderheiten. Wer den Montagetermin zu knapp plant und im Anschluss direkt weitere Termine hat, gerät bei unerwarteten baulichen Herausforderungen – etwa einer besonders dicken Wand oder einer schwer zugänglichen Fassade – schnell in Zeitdruck. Ein realistischer zeitlicher Puffer, insbesondere bei älteren Gebäuden, erspart unnötigen Stress am Montagetag.

Checkliste für den Montagetag

Diese kurze Übersicht fasst zusammen, was am Tag der Montage selbst relevant ist, um dem Fachbetrieb einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen:

Vor Ankunft des Monteurs: – Montagebereich innen und außen frei zugänglich – Parkmöglichkeit für das Firmenfahrzeug in der Nähe verfügbar – Ansprechperson vor Ort erreichbar, idealerweise während der gesamten Montagedauer

Während der Montage: – Bei Rückfragen zur genauen Positionierung erreichbar bleiben – Zugang zu allen relevanten Räumen (auch Keller oder Dachboden, falls Leitungen dort verlaufen) sicherstellen

Nach Abschluss: – Einweisung in die Bedienung aufmerksam mitverfolgen und Fragen direkt stellen – Übergabeprotokoll entgegennehmen und aufbewahren – Sichtprüfung der Abdichtung an der Kernbohrung sowie der Befestigung beider Geräte

Kann ich das Innengerät selbst montieren und nur den Kältemittelanschluss vom Fachbetrieb machen lassen?

Technisch ist eine solche Aufteilung möglich, wird von den meisten Fachbetrieben aber nicht angeboten, da die korrekte Positionierung von Wandhalterung, Kernbohrung und Leitungsführung direkten Einfluss auf die spätere Dichtheit und Effizienz der Anlage hat. In der Praxis übernehmen Fachbetriebe die komplette mechanische Montage inklusive Kältemittelanschluss als Gesamtpaket.

Muss für die Montage eine Baugenehmigung eingeholt werden?

Für eine reine Kernbohrung und die Montage einer haustypischen Split-Klimaanlage ist in der Regel keine Baugenehmigung notwendig. Bei Mietwohnungen ist jedoch die Zustimmung des Vermieters erforderlich, bei Eigentumswohnungen häufig ein Beschluss der Eigentümergemeinschaft, da die Außeneinheit das äußere Erscheinungsbild verändert.

Was passiert, wenn die Wand für die Kernbohrung ungeeignet ist?

In diesem Fall prüft der Fachbetrieb Alternativen wie eine geänderte Leitungsführung über eine andere Wand, eine Aufputzverlegung in einem Kabelkanal oder eine veränderte Position von Innen- oder Außengerät. Eine strukturelle Ungeeignetheit der Wand zeigt sich meist schon bei der Angebotsbesichtigung, nicht erst am Montagetag.

Kann die Klimaanlage direkt nach der Montage genutzt werden?

Ja, nach erfolgreicher Inbetriebnahme mit Dichtheits- und Funktionsprüfung ist die Anlage sofort einsatzbereit. Ein Einlaufen oder eine Wartezeit vor der ersten Nutzung ist bei fachgerechter Montage nicht erforderlich.

Wie oft muss die Anlage nach der Montage gewartet werden?

Die laufende Wartung – Filterreinigung, jährliche Inspektion und gegebenenfalls Nachfüllen von Kältemittel – ist ein eigenständiges Thema mit eigenem Rhythmus und wird nicht im Rahmen der Erstmontage behandelt. Details dazu finden sich im Wartungsguide für die Klimaanlage.

Welche Unterlagen sollte ich nach der Montage aufbewahren?

Das Übergabeprotokoll mit Angaben zur Kältemittelmenge und dem Ergebnis der Dichtheitsprüfung, die Rechnung des Fachbetriebs sowie die Herstellergarantie-Unterlagen. Diese Dokumente werden bei der jährlichen Prüfung sowie im Garantie- oder Reparaturfall benötigt.

Kann die Außeneinheit auch auf dem Balkon statt an der Fassade montiert werden?

Ja, eine Bodenaufstellung auf dem Balkon ist eine gängige Alternative zur Wandmontage, sofern ausreichend Platz und Belüftung vorhanden sind und die Statik des Balkons das Gewicht der Einheit trägt. Der Fachbetrieb prüft diese Voraussetzungen im Rahmen der Standortfestlegung.

Wie unterscheidet sich die Montage einer Multisplit-Anlage von einer Mono-Split-Anlage?

Der grundsätzliche Ablauf ist identisch, allerdings müssen bei einer Multisplit-Anlage mehrere Innengeräte einzeln an dieselbe Außeneinheit angeschlossen werden. Das bedeutet mehrere Leitungsstrecken, mehrere Kernbohrungen oder eine gebündelte Leitungsführung sowie einen entsprechend höheren Zeitaufwand für Verlegung und Dichtheitsprüfung.

Thomas Schneider
Fachautor

Thomas Schneider

HVAC-Techniker

Erfahrener Klimatechniker mit Schwerpunkt auf Installation, Wartung und Optimierung moderner Klimaanlagen.

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